Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) (1/2)
Pflanzen waren die ersten Nahrungsmittel des Menschen. Schnell lernte er zwischen essbaren und giftigen Anteilen zu unterscheiden, und bald fand er auch heraus, dass bestimmte Pflanzen magische Wirkungen hatten, vermochten sie doch böse Dämonen aus dem kranken Körper zu vertreiben.
Die grosse Bedeutung pflanzlicher Heilmittel beweist ihre Überlieferung bereits in vorchristlichen sumerischen, indischen und chinesischen Schriften.
Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm, im Zuge der Entwicklung immer potenterer chemischer Arzneiwirkstoffe, die Bedeutung der Phytotherapeutika ab. Durch immer feinere Analytik sowie Trenn- und Auszugsmethoden erfährt die Pflanzenheilkunde jedoch gegenwärtig eine umfangreiche Renaissance.
Moderne Phytotherapie ist in erster Linie durch Charakterisierung, Isolierung und Wirkungsbegründung von Pflanzeninhaltsstoffen gekennzeichnet. Durch wissenschaftliche Untersuchung der isolierten Wirkstoffe konnte die jahrtausende alte Erfahrung in den meisten Fällen bestätigt werden.
Im Gegensatz zum rein schulmedizinisch-pharmakologischen Verständnis der westlichen Medizin werden jedoch sensorische und auch emotionale Komponenten einer Pflanze in der Phytotherapie mit berücksichtigt.