Orthomolekulare Medizin (1/3)
oder
Die Heilbehandlung mit Nährstoffen
Die Orthomolekulare Medizin (im Folgenden kurz O.M. genannt) befasst sich mit dem täglichen Bedarf, der Wirkung und der therapeutischen Anwendung von Nähr- und Vitalstoffen. Als Vater dieser neuen Medizinrichtung gilt der Nobelpreisträger Linus Pauling, der den Begriff aus den Silben orthos (= richtig) und molekular (= Baustein von Substanzen) zusammensetzte.
Die O.M. fordert also, dass im menschlichen Körper die richtigen Moleküle in der richtigen Menge vorliegen. Als die richtigen Moleküle gelten: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Fettsäuren. Die Kernthese der O.M. besagt, dass viele Krankheiten ihre Ursache in Nährstoffmängeln bzw. -Ungleichgewichten haben. Solche Mangelsituationen können bereits vorliegen, wenn herkömmliche Laboruntersuchungen von Blut und Urin noch normale Werte anzeigen.
Ursache solcher sogenannter latenter Mängel ist zum einen die Nährstoffarmut industriell produzierter Nahrungsmittel (die Forderungen der Industrie nach billiger Massenherstellung und möglichst langer Haltbarkeit werden von der Lebensmitteltechnik durch die Inkaufnahme großer Nährstoffverluste gelöst). Zum anderen können Resorptionsstörungen des Darmes, Stoffwechselerkrankungen oder ein erhöhter Vitalstoffbedarf in Zeiten großer Belastung oder Krankheit vorliegen.